Wettsteuer – 5% Gebühr auf Gewinn aus Sportwetten

Gebühr auf Sportwetten

In den letzten Jahren wurden ausländische Anbieter von Online-Sportwetten und Casino-Spielen, die ihre Dienste für deutsche Verbraucher anbieten, mit verschiedenen Steuerpflichten belegt. Bis Mitte 2012 waren sie grundsätzlich nicht der deutschen Besteuerung unterworfen.

Besteuerung von Online-Sportwetten

Seit Juli 2012 unterliegt die Erbringung von Sportwettdiensten jedoch der sog. „Wett- und Lotteriesteuer„, wenn sich der Spieler zum Zeitpunkt des Abschlusses des Wettvertrages in Deutschland aufhält, auch wenn das Sportwettenunternehmen liegt nicht in Deutschland. Der ausländische Sportwettenanbieter ist verpflichtet, sich bei der Frankfurter Finanzbehörde anzumelden und einen Steuersatz in Höhe von 5% des Nennbetrages der Spieleranteile zu zahlen.

Besteuerung von Online Casino Spielen

Casinospiele unterliegen keiner besonderen Casino-Spielsteuer, unterliegen jedoch der allgemeinen Mehrwertsteuer. Bis Ende 2014 war die mehrwertsteuerliche Behandlung elektronisch erbrachter Dienstleistungen innerhalb der Europäischen Union, wie beispielsweise die Bereitstellung von Online-Casinospielen, vom Sitz des Diensteanbieters abhängig („Herkunftslandprinzip“), was häufig dazu führte, dass zu einer minimalen oder gar keiner Mehrwertsteuerpflicht in Deutschland.

Ab dem 1. Januar 2015 wurde jedoch die Mehrwertsteuerbehandlung von elektronisch erbrachten Diensten in der Europäischen Union an den Ort geändert, an dem sich der Verbraucher der jeweiligen Dienste aufhält („Bestimmungsgrundsatz„).

Das bedeutet, dass alle Online Casino Spiele für in Deutschland ansässige Personen dem deutschen Mehrwertsteuersatz von 19% unterliegen. Obwohl diese Besteuerungsrate wesentlich höher ist als die Besteuerung von Sportwettdiensten, ist die Besteuerung in der Praxis viel geringer: Die Besteuerung von Sportwetten ist an die Einsätze der Spieler gebunden, während die Besteuerung von Casinospielen in der Regel an die Brutto-Gaming-Einnahmen der E-Gaming-Anbieter gebunden sind.

Für Spieler sind hingegen die Gewinne aus Glücksspielen bei Online Casinos steuerfrei.

Durchsetzungsmaßnahmen der Finanzbehörde von Berlin Neukölln

Obwohl diese Steuerregelungen bereits seit längerem gelten, haben einige E-Gaming-Anbieter ihre Steuerberichterstattungsverfahren noch nicht aktualisiert, um die Änderungen zu berücksichtigen. In der Folge kontaktierte die Finanzbehörde Neukölln („Finanzamt Neukölln“), die für die Besteuerung von Online-Casinospielen zuständig ist, die von europäischen Anbietern von Online-Glücksspielen angeboten werden, eine beträchtliche Anzahl von Anbietern von Online-Glücksspielen. Ende Mai 2016, um Informationen über ihre Geschäftstätigkeit in Deutschland anzufordern, um ihre Einhaltung der Steuervorschriften zu überprüfen.

Folgen von Nichteinhaltung / freiwilliger Offenlegung

Da die Nichtzahlung von Steuern in Deutschland als Straftat gilt und die grenzüberschreitende Durchsetzung von steuerrechtlichen Verpflichtungen möglich ist, sollten E-Gaming-Unternehmen, die ihre Dienste für deutsche Verbraucher anbieten, sehr genau prüfen, ob sie in Deutschland steuerpflichtig sind und welche Schritte sie unternehmen sollten, um die Einhaltung der Steuervorschriften zu erreichen.

Wichtig ist, dass die historische Nichteinhaltung des deutschen Steuerrechts durch eine freiwillige Offenlegung von Steuerverbindlichkeiten gegenüber den Finanzbehörden korrigiert werden kann. Eine nachträgliche Steuererklärung und die Zahlung von Steuern für die bisherige Haftung (zuzüglich Zinsen und allfälliger Bußgelder) können zu einer vollständigen Befreiung von strafrechtlichen Sanktionen in Deutschland führen, was für viele Betreiber eine sinnvolle Möglichkeit darstellt, ihre deutschen Aktivitäten steuerlich zu legalisieren.

Eine historische Steuererklärung kann ein bürokratischer und potenziell belastender Prozess sein:

Sie muss für den Zeitraum vorgesehen werden, in dem die Nichtzahlung der Steuern verfolgt werden kann (dh ab dem 1. Januar 2015 für die Mehrwertsteuerzahlungen und ab dem 1. Juli 2012 für die Steuerzahlungen für Sportwetten).

Die fälligen Steuern (zuzüglich Zinsen und Geldstrafen) sind innerhalb der von der zuständigen Steuerbehörde festgesetzten Frist zu zahlen.

Die Steuerhinterziehung muss von den Behörden noch nicht entdeckt worden sein. Wenn die Entdeckung unmittelbar bevorsteht, wird der Entladungseffekt nur stattfinden, wenn der E-Gaming-Anbieter nicht weiß und nicht wissen konnte, dass die Steuerstraftat entdeckt werden wird.

Darüber hinaus muss die nachfolgende Steuererklärung vollständig sein und alle Steuern abdecken, die während des Steuerzeitraums zu zahlen sind. Ansonsten haben die freiwillige Offenlegung und die nachfolgende Steuererklärung keine befreiende Wirkung.

Diese Thematik kennt man aus dem Prominenten-Fall Uli Hoeneß, der erst nach seiner Enttarnung als Steuer-Hinterzieher eine Selbstanzeige erstattete. Das war zu spät, also musste er neben einer finanziellen Strafe von mehreren Millionen Euro auch noch mehr als ein Jahr ins Gefängnis.

Wetten aus dem Ausland

Ein Trick die Wettsteuer zu umgehen ist eine Wette aus dem Ausland abzuschließen. Wenn man sich nicht in Deutschland befindet und über einen Computer oder das Smartphone bei seinem Konto eingeloggt ist, spart man sich bei manchen Anbietern die Wettsteuer. Deutsche Staatsbürger, die an einer nahegelegenen Grenze zu einem Nachbarland wie Österreich, Tschechien, Polen, Schweiz, Holland, Belgien, Dänemark oder Frankreich wohnen, können das bei Gelegenheit mal ausprobieren und so bei einem Gewinn 5% mehr bekommen.

Theoretisch geht das auch durch die Verwendung eines VPN- oder Proxy-Servers, der eine ausländische IP vortäuscht. Das ist allerdings gegen die Regeln der Wettanbieter.

Manche Wettanbieter sperren aber den Zugriff auf Wettkonten von außerhalb des Wohnort-Landes. Wenn man sich z.B. in Spanien befindet kann man sich nicht in die deutschen Acounts von Interwetten und Bet365 einloggen. Bei weiteren Anbietern und Ländern dürfte das ebenfalls der Fall sein.

Wettanbieter ohne Wettsteuer

Es gibt dennoch einige Wett-Anbieter die entweder die Wettsteuer komplett auf ihre Kappe nehmen oder zumindest phasenweise Angebote haben, bei denen man die Wettsteuer umgehen kann.

Tipico bietet den Service die Wettgebühr ebenfalls zu erlassen. Was auf den ersten Blick nobel aussieht schlägt sich dafür auf schlechtere Quoten wieder.

Ebenso hat man bei Betfair keinen 5%igen Abzug zu befürchten.

MyBet bietet freitags Wetten ab einer Quote von 1.5 ohne Wettsteuer an. Wie sich das auf die Quoten auswirkt könenn wir noch nicht genau sagen.

Keine Wettsteuer verlangen die Anbieter 1xBet und 18bet. Diese sitzen im EU-Ausland, so dass es für deutsche Sportwetten-Fans legal ist dort ein Konto zu eröffnen. Allerdings werden keine Gebühren für deutsche Wetter fällig.

Dafür ist bei beiden nicht 100% gewährleistet, dass alles glatt läuft. So werden z.B. Wetten nachträglich storniert oder das Einsatzlimit und Gewinnlimit beschränken die Gewinnmöglichkeiten.

Wettanbieter ohne Wettsteuer im Überblick

  • Tipico
  • Betfair
  • Mybet
  • 1xbet
  • 18bet

DIese empfiehlt auch unsere Partnerseite Stadtsportal in ihrer Bundesliga-Vorherasage.