Steuern auf Gewinne

Glücksspielsteuer

Glücksspielsteuer

Steuern auf Glücksspiele oder Gewinnspiele

Immer mehr Menschen nehmen daran Teil. Die Rede ist von Glücks- oder Gewinnspielen. Egal ob Lotto, im Kasino oder beim gelegentlichen Pokerabend. Dabei erhofft man natürlich satte Gewinne. Doch kann man diese Gewinne wirklich im vollen Umfang behalten, oder greift das Finanzamt noch einmal zu. Müssen auf alle Gewinne zusätzlich Steuern gezahlt werden?

Etwas Positives vornweg. Eine reine Steuer auf die Glücksspiele gibt es in Deutschland bislang noch nicht. Somit kann man nicht pauschal sagen, dass man Steuern auf die Gewinne zahlen muss. Dennoch können bei gewissen Gewinnen Steuern anfallen. Oftmals geschieht dies in Form von sogenannten indirekten Steuern. Diese können allerdings, je nach Art des Glückspiels, völlig unterschiedlich ausfallen und sich demnach auch in ihrer Höhe unterscheiden.

Steuern auf den Lottogewinn

Insbesondere der Lottogewinn stellt im deutschen Steuersystem eine Besonderheit dar. Dieser ist nämlich keine Einkommensart, welche im Einkommensteuergesetz niedergeschrieben wurde. Aus diesem Grund sind auch keine Abgaben an das Finanzamt zu leisten. Wer durch einen Lottogewinn über Nacht zum Millionär wird, der darf diesen Gewinn auch im vollen Umfang behalten. Dies gilt allerdings nicht für die anfallenden Zinsen.
Das Finanzamt schaut sehr genau auf die daraus resultierenden Kapitalerträge. Würde man den Lottogewinn unter dem Kopfkissen aufbewahren, so würden keine Steuern abgeführt werden müssen. Legt der Gewinner das Geld allerdings auf der Bank an, was häufig der Fall ist, so müssen die daraus resultierenden Kapitalerträge versteuert werden. Zinsen, welche den aktuellen Freibetrag übersteigen, müssen infolge versteuert werden. Dabei schlägt das Finanzamt mit der sogenannten Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zu.

Steuern auf einen Casinogewinn

Auch wer z.B. Tischspiele in Online-Casinos spielt, kann auf satte Gewinne hoffen. Auch diese sind in der Regel steuerfrei. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Blackjack oder Roulette spielt. Die Gewinne im Casino gelten nach dem deutschen Recht ebenfalls nicht als Einkommen. Somit müssen diese auch nicht in dem Maße versteuert werden. Auf die erspielten Gewinne muss der Spieler demnach keine direkten Steuern zahlen. Für die Kapitalerträge aus den Gewinnen gilt allerdings wiederum die Abgeltungssteuer.
Der Grund, warum man den Gewinn nicht direkt versteuern muss, liegt darin, dass man dafür nicht direkt gearbeitet hat. Man hat keine spezielle Leistung erbracht, sondern wirklich nur aus „Glück“ gewonnen.
Ob man ein Casino aufgesucht, oder die Gewinne online erzielt hat, spielt dabei keine Rolle. An dieser Stelle unterscheidet der Gesetzgeber nicht. Dennoch ist es ratsam, eventuelle Belege für das Finanzamt aufzuheben. Insbesondere große Summen, deren Herkunft nicht vollkommen nachvollziehbar ist, können das Finanzamt etwas misstrauisch stimmen. Dokumentiert man sämtliche Gewinne, so kann man klar beweisen, dass es sich um tatsächliche Gewinne aus einem Glücksspiel handelt. So geht man sicher, dass dieser nicht versteuert werden muss.

Steuern auf den Pokergewinn

Erzielt man Gewinne beim Pokern, so sieht die Rechtslage ein wenig anders aus. Diese Gewinne müssen in der Regel versteuert werden. Dies liegt daran, dass Poker seit 2012 nicht mehr als Glücksspiel, sondern als sogenanntes Geschicklichkeitsspiel gilt. Somit hat für das Finanzamt der Pokergewinn nichts mehr mit Glück, sondern mit Strategie und können zutun. Man leistet demnach ein gewisses Maß an Arbeit für seinen Gewinn. Infolge dessen muss der Gewinn als gewerbliche Einnahme versteuert werden.
Diese Steuern können auch dann erhoben werden, wenn keine Anmeldung einer gewerblichen Tätigkeit erfolgt. Es zählt als Einkommenssteuern nach dem Einkommenssteuergesetz.
Die Höhe der Steuer bemisst sich danach, welche Gewinne tatsächlich erzielt werden. Das resultierende Einkommen kann demnach um die geleisteten Aufwendungen gemindert werden. Somit sollte man beispielsweise genauestens über Turniergebühren oder eventuelle Buy-in-Beträger Buch führen.

Das Fazit

Grundsätzlich muss man auf Gewinne aus Glücksspielen oder Gewinnspielen keine Steuern zahlen. Es werden lediglich indirekte Steuern bei den Gewinnen fällig. Diese können unter anderem auf die Kapitalerträge, welche aus den Gewinnen resultieren, anfallen. Beim Pokern sollte man allerdings gesondert Vorsicht walten lassen. Wer dieses Hobby öfter und professionell betreibt, der muss an dieser Stelle mit einer direkten Versteuerung rechnen.