Deutschlands Glücksspiel Problem

Steuern auf Gewinne beim Spielautomaten

Die Gesetzgeber beginnen zu realisieren, dass sich die strengen Gesetze möglicherweise nicht auszahlen. Wenn die Spielautomaten schließen, wenden sich die Spieler zunehmend dem Graumarkt oder illegalen Websites zu.

Online-Glücksspiele sind in Deutschland illegal

Hunderte von Spielautomaten-Hallen sind seit dem Inkrafttreten strengerer Vorschriften im Sommer 2017 geschlossen worden. Aber das staatliche Lotteriemonopol bleibt intakt und generiert jährlich 1,2 Milliarden Euro an Steuern und 1,6 Milliarden Euro für wohltätige Zwecke. Der Staat verdient auch kräftige Einnahmen aus den großen Spielbanken, wie z.B. der im bayerischen Bad Wiessee. Die klassischen Casinos aus Stein und Beton, die Tischspiele wie Blackjack, Roulette und Poker anbieten sind staatlich reguliert und damit immer noch legal.

Auf der ganzen Welt verlagert sich das Glücksspiel online zu PCs, Tabletts und Smartphones, wo Sportwetten und virtuelle Pokertische nur einen Klick entfernt sind.

Die weltweiten Glücksspieleinnahmen sind von 15 Milliarden Euro im Jahr 2006 auf rund 40 Milliarden Euro gestiegen.

Viele Länder haben den Wandel erkannt und sich darauf eingestellt. Online-Unternehmen machen mittlerweile rund ein Drittel der Glücksspielmärkte in Großbritannien und Dänemark aus. Sie sind lizenziert und besteuert und legal. (siehe Aritkel auf luzernzeitung.ch)

Online-Glücksspiel in Deutschland

In Deutschland hingegen ist der Markt an bürokratische und regionale Ungereimtheiten gebunden. Nicht nur bei den Spielregeln, sondern auch bei der Durchsetzung dieser Regeln.

Und obwohl Online-Glücksspiele illegal sind, hindert das die Spieler nicht daran, sich auf illegalen Websites in Malta, Gibraltar oder der Karibik anzumelden oder den halblegalen Weg zu gehen – mit Sportwetten-Websites mit EU-Lizenzen, die deutsche Behörden tolerieren.

Der heimische Markt wird durch diesen regulatorischen Schwebezustand zerstört. Den Spielern ist es egal. Sie werden einfach bei illegalen Anbietern im Internet spielen, wenn es keine Spielhallen mehr gibt.

Der regulierte, legale Glücksspielmarkt in Deutschland erwirtschaftet nach Berechnungen des Forschungsinstituts Handelsblatt rund 35 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Inlandsumsatz der Pharmaindustrie.

Sie zahlt mehr als 5 Milliarden Euro Steuern und beschäftigt fast 200.000 Menschen. Der graue Markt der deutschen Glücksspieler, die Websites nutzen, die von anderen EU-Ländern lizenziert sind, zieht jährlich 2,3 Milliarden Euro ein. Der Schwarzmarkt wird auf 1,5 Milliarden Euro geschätzt und wächst.

Die Branche wurde durch ein neues Regelwerk zur Bekämpfung der Spielsucht in ein schleichendes Chaos gestürzt. Sie sind im vergangenen Jahr in Kraft getreten und erfordern einen Mindestabstand zwischen Spielhallen und Schulen.

Spielhallen schließen und das Geld fließt ins Ausland

Es ist im ganzen Land die gleiche Geschichte. Hunderte von Spielhallen mussten geschlossen werden. Die Spieler sind entweder online gegangen oder besuchen ungeregelte „Cafés“ und Dönerläden, die mit Spielautomaten ausgestattet sind.

Im Berliner Stadtteil Neukölln gibt es solche Einrichtungen wie Sand am Meer. Sie werden keine saubereTasse Kaffee finden, aber Sie werden andere Möglichkeiten finden, Ihr Geld auszugeben. Auch sie sind illegal, aber Berlin hat nicht die Kraft, sie zu kontrollieren und zu schließen.

Das nördliche Bundesland Niedersachsen entschied sich für eine ironische Entscheidung, welche Spielhallen geschlossen werden müssen und welche offen bleiben dürfen: eine Lotterie.

Glücksspiel kann süchtig machen – Spielautomaten am süchtigsten

Privat geben die Politiker zu, dass das staatliche Lotteriemonopol nur überleben kann, wenn auch alle anderen Formen des Glücksspiels geregelt sind. Sie erkennen an, dass es nicht möglich sein wird, die Sucht zu bekämpfen, wenn Spieler sich an alternative Verkaufsstellen wenden können. Kein Wunder, dass die Zahl der Süchtigen seit Jahren unverändert geblieben ist; verschiedene Studien schätzen die Quote auf 0,5 bis 1,2 Prozent der Deutschen.

Die Spieleindustrie behauptet gerne, dass Alkohol und Zigaretten weitaus süchtig machender sind als Wetten. Aber es ist eine Tatsache, dass Glücksspiel Leben zerstören kann. „Die Industrie spielt die Bedrohung herunter und Spielautomaten stellen das größte Risiko von allen Formen des Glücksspiels dar.

In Hessen, dem ersten Bundesland, das ein persönliches Spielverbot einführte, wurden innerhalb von 19 Monaten rund 12.000 Spieler gesperrt, fast alle freiwillig. Nur 1 Prozent der Anträge auf ein Verbot kamen aus den Spielhallen.